Fachkräftemigration

30 Prozent weg: Was die neuen Zahlen zum Arbeitsmarkt für Deutschland bedeuten

ON7 Redaktion
4 Min. Lesezeit
07.07.2026
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Bis 2040 erreichen 13,3 Millionen Erwerbspersonen das Renteneintrittsalter - 30 Prozent des heutigen Arbeitsmarkts. Die nachrückenden Generationen können die Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen. Warum qualifizierte Zuwanderung damit von der Ergänzung zur Notwendigkeit wird.

Die neuen Zahlen sind unmissverständlich

Am 23. Juni 2026 hat das Statistische Bundesamt frische Daten auf Basis des Mikrozensus 2025 veröffentlicht - und sie zeichnen ein deutliches Bild. Bis 2040 werden rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren überschritten haben. Das entspricht 30 Prozent aller Erwerbspersonen, die dem deutschen Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr zur Verfügung standen (Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung, 23. Juni 2026, destatis.de).

13,3 Mio.
Erwerbspersonen überschreiten bis 2040 das Renteneintrittsalter - 30 Prozent aller Erwerbspersonen des Jahres 2025
Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2025, 23. Juni 2026

Anders gesagt: Fast ein Drittel der Menschen, die heute arbeiten oder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, wird in den nächsten 15 Jahren in den Ruhestand gehen.

Und der entscheidende Satz der Wiesbadener Statistiker lautet: „Jüngere Altersgruppen werden die Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen können“ (Quelle: Statistisches Bundesamt, 23. Juni 2026).

Warum die Lücke nicht von selbst kleiner wird

Die nackten Zahlen machen das Problem greifbar. Die 55- bis 59-Jährigen stellten 2025 mit 5,5 Millionen die größte Gruppe unter allen Erwerbspersonen, dazu kamen 4,5 Millionen bei den 60- bis 64-Jährigen - zusammen also 10 Millionen Menschen, die kurz vor dem Ruhestand stehen (Quelle: Statistisches Bundesamt, 23. Juni 2026).

Die nachrückenden Generationen sind schlicht kleiner: Die 35- bis 44-Jährigen kommen auf 9,9 Millionen, die 45- bis 54-Jährigen auf 9,1 Millionen, die 25- bis 34-Jährigen sogar nur auf 8,8 Millionen Erwerbspersonen (Quelle: Statistisches Bundesamt, 23. Juni 2026). Die Mathematik ist eindeutig - und sie lässt sich nicht durch guten Willen oder politische Absichtserklärungen umrechnen.

Deutschland versucht bereits gegenzusteuern, indem ältere Menschen länger im Beruf bleiben. Der Anteil der Erwerbspersonen ab 55 Jahren stieg von 20,7 Prozent im Jahr 2015 auf 27 Prozent im Jahr 2025 (Quelle: Statistisches Bundesamt, 23. Juni 2026). Das verschafft Zeit - aber es löst das strukturelle Problem nicht. Denn auch diese Menschen gehen irgendwann in Rente.

Längere Lebensarbeitszeit allein wird nicht reichen

Die politische Reaktion konzentriert sich derzeit stark auf die Rente. Die Rentenkommission der Bundesregierung hat ihre Reformvorschläge an Kanzler Merz und Arbeitsministerin Bas übergeben - diskutiert werden unter anderem eine Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung und das Ende der abschlagsfreien Rente mit 63 (Quelle: Tagesschau, „Fast ein Drittel der Erwerbspersonen geht bald in Rente“, tagesschau.de, 23. Juni 2026).

Diese Maßnahmen sind nachvollziehbar. Aber sie adressieren nur eine Seite der Gleichung: Sie halten Menschen länger im System. Sie schaffen aber keine neuen Arbeitskräfte.

Jüngere Altersgruppen werden die Babyboomer zahlenmäßig nicht ersetzen können.

- Statistisches Bundesamt, 23. Juni 2026

Und genau hier wird die zweite, oft unterschätzte Hälfte der Lösung entscheidend: qualifizierte Zuwanderung. Wenn 13,3 Millionen Menschen ausscheiden und die nachrückenden Generationen das nicht ausgleichen können, dann führt an internationaler Fachkräftegewinnung kein Weg vorbei. Nicht als Ergänzung, sondern als Notwendigkeit.

Das eigentliche Problem ist nicht der Bedarf - sondern die Geschwindigkeit

Hier liegt die bittere Ironie: Deutschland weiß längst, dass es internationale Fachkräfte braucht. Der politische Wille ist da, die Programme existieren, die Partnerschaften werden geschlossen.

Aber die Prozesse sind zu langsam. Anerkennungsverfahren für Pflegefachkräfte dauern im Durchschnitt 500 Tage (Quelle: bpa / Correctiv, 2025). Visa ziehen sich über Monate. Zuständigkeiten sind fragmentiert. Während die demografische Uhr tickt, verlieren wir wertvolle Zeit an Bürokratie - und mit ihr die Menschen, die diese Lücke füllen könnten.

Es reicht also nicht, Fachkräfte gewinnen zu wollen. Wir müssen sie schnell, transparent und in großem Maßstab integrieren können. Genau dort versagt das aktuelle System - und genau dort entscheidet sich, ob Deutschland die kommende Lücke bewältigt oder nicht.

Internationale Fachkräfte planbar rekrutieren

Wo wir ansetzen

Diese neuen Zahlen sind keine ferne Prognose mehr. Sie sind ein konkreter Fahrplan in eine Arbeitsmarktlücke, die in 15 Jahren Realität sein wird - und deren Anfänge wir heute schon spüren.

Genau deshalb haben wir ON7 gebaut: als digitales Ökosystem, das internationale Fachkräftegewinnung schneller, transparenter und skalierbarer macht. Von Recruiting über Sprachqualifizierung und Visa-Management bis zur Anerkennung - auf einer zentralen Plattform, die genau die Reibungsverluste reduziert, die Deutschland sich angesichts dieser Zahlen nicht mehr leisten kann.

Die Babyboomer gehen. Das lässt sich nicht ändern. Was wir ändern können, ist, wie schnell und wie gut wir die entstehende Lücke schließen.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Das gilt nicht nur für die Politik, sondern für jeden einzelnen Betrieb. Denn wer erst handelt, wenn die erfahrenen Mitarbeiter bereits in Rente sind, handelt zu spät. Internationale Fachkräftegewinnung braucht Vorlauf - Sprachvorbereitung, Anerkennung, Integration passieren nicht über Nacht. Die Unternehmen, die sich heute Zugang zu globalen Talenten sichern, werden in fünf Jahren handlungsfähig sein. Die anderen werden um dieselben wenigen Menschen konkurrieren, die dann noch verfügbar sind.

Die Zeit, dafür die Weichen zu stellen, ist nicht irgendwann. Sie ist jetzt.

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