Die hässliche Wahrheit über Auslandsrecruiting
Ein lukrativer Markt - mit dunklen Seiten
Internationale Fachkräftemigration ist längst ein Milliardengeschäft. Weltweit sind laut ILO mehr als 169 Millionen Menschen als Arbeitsmigrant:innen beschäftigt (Quelle: ILO, 2023). Für viele von ihnen beginnt die Reise ins Ausland jedoch nicht mit Hoffnung, sondern mit Schulden.
Denn während der Bedarf an Fachkräften in Europa steigt, hat sich in vielen Herkunftsländern ein informeller Markt gebildet: dubiose Vermittlungsagenturen, die hohe Gebühren verlangen, falsche Versprechen machen und Bewerber:innen in Abhängigkeit treiben.
Auf den Philippinen etwa berichten Pflegekräfte von Vermittlungsgebühren zwischen 5.000 und 10.000 Euro für einen Job in Deutschland - mehr als das Jahresgehalt einer Krankenschwester dort (Quelle: ILO, 2023). In Indien oder Marokko werben Agenturen mit „Expressvisa“ und „Garantiejobs“, verlangen Vorauszahlungen und liefern oft keine Ergebnisse.
Das Problem ist systemisch: Intransparente Strukturen, kaum Kontrolle und zu wenig politische Aufmerksamkeit.
Der Preis für ein Versprechen
Für die betroffenen Fachkräfte bedeutet das: Sie verschulden sich, oft bei Verwandten oder lokalen Geldverleihern, um Gebühren zu bezahlen. Viele geraten in Abhängigkeiten, die sie über Jahre nicht loswerden. Wenn dann der versprochene Job nicht zustande kommt, droht nicht nur der finanzielle Ruin, sondern auch der Verlust des Vertrauens in legale Wege der Migration.
Eine Studie der Open Society Foundations beschreibt dieses Phänomen als „Debt Bondage 2.0“ - moderne Schuldknechtschaft im Gewand internationaler Fachkräftevermittlung (Quelle: OSF, 2021). Besonders betroffen: Pflegekräfte, Fahrer:innen und Hotelpersonal.
Gleichzeitig entstehen Schäden auf der anderen Seite des Prozesses: Unternehmen in Deutschland, die auf seriöse Fachkräfte warten, erhalten unzureichend vorbereitete oder frustrierte Bewerber:innen. So verliert das System an Glaubwürdigkeit - auf beiden Seiten.
Kulturelle Ignoranz als zweites Problem
Neben den finanziellen Missständen gibt es ein zweites, weniger sichtbares Problem: die kulturelle Ignoranz vieler Vermittler.
In klassischen Modellen wird Migration als logistischer Prozess verstanden: Menschen werden „platziert“. Was dabei verloren geht, ist der Mensch selbst - mit Sprache, Werten, Herkunft und Erwartungen. Viele Fachkräfte berichten, dass sie vor der Ankunft kaum über das Leben in Deutschland informiert wurden.
Das führt zu Missverständnissen, Überforderung und in vielen Fällen zu Abbrüchen in den ersten Monaten. So wird aus Fachkräftemigration kein Integrationsprojekt, sondern ein Verschleißprozess.
ON7 stellt sich dagegen
Wir gehen bewusst einen anderen Weg und verstehen uns als Gegenentwurf zu diesem System. Wir arbeiten digital, transparent und fair:
- Keine Gebühren für Bewerber:innen - die Kosten tragen ausschließlich die Arbeitgeber.
- Self-Onboarding statt Abhängigkeit - Talente steuern ihren gesamten Prozess digital, von der Bewerbung bis zum Visum.
- Vertraglich gebundene Partner - Sprachschulen und Agenturen verpflichten sich zu klaren Standards.
- Eigene Strukturen vor Ort - etwa mit der Oncademy in Tanger (Marokko), um Qualität in der Sprachausbildung zu sichern.
- Vollständige Transparenz - Bewerber:innen wissen jederzeit, wo sie im Prozess stehen, und Unternehmen sehen, wann ihre Talente verfügbar sind.
Was uns auszeichnet, ist nicht nur Technologie, sondern Haltung: Migration darf kein Geschäftsmodell auf Kosten der Schwächeren sein.
Warum das System scheitert - und wie es sich ändern muss
Das heutige Auslandsrecruiting funktioniert vielerorts nach denselben Mustern: unklare Zuständigkeiten, Provisionsketten, Abhängigkeiten. Der Grund liegt in der fehlenden Digitalisierung und der fehlenden Regulierung.
Ein Bericht der International Organization for Migration (IOM) zeigt: Nur 6 von 193 UN-Mitgliedsstaaten haben verbindliche Regelwerke, die Vermittlungsgebühren für Migrant:innen verbieten (Quelle: IOM, 2023). Deutschland fordert zwar Fairness in der Anwerbung, überlässt die Kontrolle aber oft den Marktteilnehmern selbst.
Dabei wäre die Lösung naheliegend:
- Digitale Prozesse, die Vermittlungsschritte nachvollziehbar machen.
- Vertraglich geregelte Partnerschaften zwischen Herkunfts- und Zielland.
- Transparente Qualifikationsprüfungen und Sprachzertifizierungen.
Genau das macht ON7 zur Blaupause: standardisiert, überprüfbar, fair.
Die wirtschaftliche Dimension
Der Missstand ist nicht nur ein ethisches, sondern auch ein ökonomisches Problem. Unternehmen in Deutschland verlieren jedes Jahr Millionen durch ineffiziente oder gescheiterte Rekrutierungen. Laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) dauert es im Schnitt 200 Tage, eine offene Fachkraftstelle zu besetzen - im Pflegebereich sogar fast 9 Monate (Quelle: IW, 2024; Bundesagentur für Arbeit, 2024).
Ein fairer, digitaler Migrationsprozess verkürzt diese Zeit drastisch und erhöht gleichzeitig die Bindung der Fachkräfte. Denn wer transparent angeworben und gut vorbereitet wird, bleibt.
Wer Migration ernst meint, muss über Fairness reden
Die hässliche Wahrheit über Auslandsrecruiting ist: Es ist vielerorts noch immer ein Markt, der von Intransparenz und Machtgefällen lebt. Solange Fachkräfte Gebühren zahlen müssen, während Unternehmen auf Ergebnisse warten, bleibt das System ineffizient und ungerecht.
Doch es gibt einen anderen Weg. ON7 zeigt, dass internationale Fachkräftemigration fair, digital und planbar sein kann - zum Vorteil aller Beteiligten.
Denn wer Auslandsrecruiting richtig machen will, muss zuerst die Fehler des Systems benennen. Nur dann kann aus einem Markt der Versprechen ein System der Chancen werden.
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