Ohne internationale Auszubildende bricht das Gastgewerbe zusammen - warum jetzt der Moment für digitale Fachkräftemigration ist

ON7 Redaktion
3 Min. Lesezeit
25.12.2025
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Das deutsche Gastgewerbe befindet sich an einem Wendepunkt. Während Restaurants, Hotels und Systemgastronomien um wirtschaftliches Überleben kämpfen, trägt eine Gruppe die Branche stärker, als vielen bewusst ist: internationale Auszubildende. Ohne sie wäre der Ausbildungsmarkt im Gastgewerbe längst eingebrochen. Die aktuellen Daten des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) zeigen das deutlich.

Ein Arbeitsmarkt unter Stress

Viele Betriebe sind durch steigende Kosten, Personalknappheit und schwankende Nachfrage massiv unter Druck. Gleichzeitig fehlen nach wie vor Tausende Fachkräfte. 2024 lag die Fachkräftelücke im Gastgewerbe bei rund 2.700 qualifizierten Kräften, obwohl die Arbeitslosigkeit erstmals wieder gestiegen war (Quelle: KOFA, 2025). Besonders betroffen:

  • Köchinnen und Köche
  • Servicekräfte
  • Systemgastronomie
  • Hotel-Fachpersonal

Zwei Drittel aller offenen Stellen richten sich an Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung. Doch genau diese Bewerber gibt es in Deutschland kaum noch.

Warum deutsche Bewerber ausbleiben

Für viele potenzielle Nachwuchskräfte hat das Gastgewerbe an Attraktivität verloren. Gründe sind unter anderem:

  • unregelmäßige Arbeitszeiten
  • hoher körperlicher Druck
  • vergleichsweise niedrige Löhne
  • wenig planbare Karrierewege
  • Akademisierungstrend bei jungen Menschen

Viele Beschäftigte sind in der Pandemie dauerhaft in andere Branchen gewechselt, und die Lücke wurde nie wieder geschlossen (Quelle: BIBB, 2024).

Internationale Auszubildende stabilisieren die Branche

Die positiven Entwicklungen im Ausbildungsmarkt sind fast vollständig auf internationale Talente zurückzuführen. 44,3 Prozent aller neuen Ausbildungsverträge im Gastgewerbe wurden 2023 mit ausländischen Staatsangehörigen geschlossen und ohne diese internationale Rekrutierung wäre die Zahl der Neuverträge seit 2019 um 19,3 Prozent gesunken (Quelle: KOFA, 2025). Ebenfalls stammen in der Systemgastronomie inzwischen über die Hälfte aller neuen Azubis aus dem Ausland. Ohne internationale Talente wäre das duale Ausbildungssystem im Gastgewerbe faktisch nicht mehr funktionsfähig.

Wo Betriebe heute scheitern: Prozesse statt Potenzial

Viele Unternehmen würden gerne mehr internationale Auszubildende einstellen, scheitern aber an:

  • monatelangen Visa-Prozessen
  • fehlender Transparenz über den Bearbeitungsstand
  • Dokumentenchaos
  • Sprachbarrieren
  • Wohnraummangel
  • fehlenden digitalen Schnittstellen zu Behörden

Laut DIHK sehen über 50 Prozent der gastgewerblichen Ausbildungsbetriebe die Bürokratie als größte Hürde im internationalen Recruiting (Quelle: DIHK, 2025).

ON7 als Lösungsweg: digitale Fachkräftemigration end-to-end

Genau an dieser Stelle setzt ON7 an. Die Plattform digitalisiert und strukturiert die gesamte Fachkräftemigration und schafft damit einen planbaren, fairen und transparenten Prozess. Was ON7 anders macht:

  • Self-Onboarding: Talente steuern ihren gesamten Prozess digital, ohne Zwischenhändler.
  • Visa-Manager: Automatisierte Dokumentenchecks reduzieren Wartezeiten und Fehlerquoten.
  • Transparente Statusübersicht: Unternehmen wissen jederzeit, in welchem Schritt sich Bewerber befinden.
  • Qualitätsgesicherte Vorbereitung: Partner-Sprachschulen sind vertraglich an Standards gebunden, zusätzlich betreibt ON7 eigene Einrichtungen wie die Oncademy in Tanger, Marokko.

Das Ergebnis: weniger Bürokratie, verlässliche Zeitpläne und ein Schutz sowohl für Talente als auch für Betriebe. In einer Branche, die stark von Personalengpässen geprägt ist, bedeutet das: Stabilität.

Wohnraum als unterschätzte Stellschraube

Die KOFA-Daten zeigen klar: Ohne bezahlbaren Wohnraum bleiben Ausbildungsplätze unbesetzt. Viele Kommunen sind überlastet, und der private Wohnungsmarkt ist für Azubis unerschwinglich. Die Rekrutierung internationaler Auszubildender funktioniert deshalb nur, wenn Wohnraumkonzepte mitgedacht werden. Einige Betriebe und Regionen setzen bereits auf Azubi-WGs, Kooperationen mit kommunalen Wohnungsbaugesellschaften oder temporäre Betriebsunterkünfte, doch leider fehlt flächendeckend immer noch eine Strategie.

Warum jetzt der Moment ist

Das Gastgewerbe befindet sich nicht in einer kurzfristigen Krise, sondern in einer strukturellen Transformation. Der Nachwuchs in Deutschland schrumpft weiter, während der Bedarf an gastronomischen Dienstleistungen stabil bleibt. Internationale Auszubildende sind daher kein Zusatz, sondern die Voraussetzung für das Überleben der Branche. Digitale Fachkräftemigration ist die Infrastruktur, die diesen Prozess überhaupt möglich macht.

Deutschland steht vor einer klaren Entscheidung: Warten wir, bis die Branche in vielen Regionen zusammenbricht? Oder nutzen wir moderne Lösungen, um Talente fair, planbar und rechtssicher nach Deutschland zu bringen? Die Daten sprechen eine deutliche Sprache. Und der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt.

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