Digitale Fachkräftemigration: Deutschlands unterschätzter Hebel für wirtschaftliche Resilienz
Resilienz fängt beim Arbeitsmarkt an
Die deutsche Wirtschaft gilt als robust - und gleichzeitig verletzlich. Globale Krisen wie Pandemie, Energiepreisschocks oder geopolitische Spannungen haben gezeigt, wie abhängig der Standort von stabilen Lieferketten und einem funktionierenden Arbeitsmarkt ist. Doch während viel über Energie oder Industriepolitik diskutiert wird, bleibt ein entscheidender Faktor zu oft außen vor: die Fachkräftemigration.
Denn ohne ausreichend Personal geraten selbst die besten Strategien ins Stocken. Laut KOFA fehlen in Deutschland aktuell rund 1,7 Millionen Fachkräfte, bis 2035 könnten es mehr als sieben Millionen sein (Quelle: KOFA, 2024). Besonders betroffen: Pflege, Handwerk, Logistik und IT - alles Bereiche, die für die Transformation der Wirtschaft essenziell sind.
Warum Digitalisierung der Schlüssel ist
Das Problem ist nicht, dass es keine Talente gibt. Weltweit stehen Millionen Fachkräfte bereit, die in Deutschland arbeiten möchten. Das Problem liegt in den Prozessen: zu langsam, zu intransparent, zu bürokratisch. Anerkennungsverfahren ziehen sich über Monate, Visa-Anträge bleiben liegen, und Unternehmen wissen nicht, wann ihre neuen Mitarbeitenden tatsächlich eintreffen.
Hier bietet die Digitalisierung einen Hebel, der in anderen Bereichen längst selbstverständlich ist. Was im E-Commerce oder in der Steuerverwaltung funktioniert - transparente Prozesse, automatisierte Prüfungen, digitale Schnittstellen - fehlt bisher in der Migration.
Dabei gilt: Je schneller, fairer und planbarer Fachkräfte integriert werden, desto resilienter wird der Arbeitsmarkt.
Der unterschätzte Hebel
Digitale Fachkräftemigration bedeutet: Prozesse, die bisher auf Papier und langen Wartezeiten beruhten, werden standardisiert, automatisiert und transparent gemacht.
Die Vorteile sind unmittelbar:
- Planbarkeit für Unternehmen: Sie wissen, wann Talente verfügbar sind, und können Aufträge zuverlässig annehmen.
- Fairness für Bewerber:innen: Keine Zwischenhändler, keine Gebührenfallen, klare Abläufe.
- Entlastung für Behörden: Automatisierte Dokumentenprüfungen und Self-Onboarding reduzieren den Aufwand.
In Summe entsteht ein System, das schneller auf Engpässe reagieren kann - und damit widerstandsfähiger gegenüber Schocks und Schwankungen wird.
ON7 als Leuchtturmprojekt
Genau hier setzt ON7 an. Die Plattform für digitale Fachkräftemigration zeigt, wie der Ansatz praktisch funktioniert:
- Mit Self-Onboarding steuern Talente ihren gesamten Prozess digital - vom Profil bis zur Visa-Vorbereitung.
- Ein Visa-Manager mit automatisierten Dokumentenchecks verkürzt Bearbeitungszeiten und schafft Transparenz.
- Für Unternehmen gibt es ein integriertes Vakanz-Management, das Planungssicherheit garantiert.
- Sprachschulen im Netzwerk sind vertraglich gebunden, Standards einzuhalten, zusätzlich betreibt ON7 eigene Einrichtungen wie die Oncademy in Tanger (Marokko), um die Qualität systematisch zu erhöhen.
- Das Ergebnis: bis zu 70 % weniger administrativer Aufwand für Arbeitgeber, Bewerber:innen starten ohne Gebühren und ohne Schulden.
Was wie ein Bruch mit dem bisherigen System wirkt, ist in Wahrheit dessen nächste Entwicklungsstufe.
Resilienz durch Unabhängigkeit
Digitale Migration stärkt die Widerstandsfähigkeit gleich auf mehreren Ebenen:
- Unabhängigkeit von kurzfristigen Arbeitsmarktzyklen: Wenn Talente schnell integriert werden können, bleiben Unternehmen auch in Wachstumsphasen lieferfähig.
- Krisenfestigkeit: Digitale Verfahren sind weniger anfällig für Schließungen, Lockdowns oder lokale Engpässe.
- Standortattraktivität: Wer klare, digitale Wege bietet, wird international bevorzugt. Für viele Fachkräfte ist die Frage nicht nur „Wo will ich arbeiten?“, sondern „Wo kann ich unkompliziert arbeiten?“
Internationale Perspektive
Andere Länder zeigen, dass Digitalisierung in der Migration funktioniert. Kanada, Australien und Neuseeland setzen seit Jahren auf transparente, digitalisierte Punktesysteme. Das Ergebnis: planbare Zuwanderung und hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.
Deutschland hat mit der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes wichtige Schritte gemacht - etwa mit der Chancenkarte. Doch ohne konsequente Digitalisierung bleiben diese Reformen langsamer als nötig. ON7 zeigt, dass die Lösungen längst existieren - und dass sie nicht aus der Verwaltung allein kommen müssen.
Digitalisierung darf nicht nur angekündigt werden
Die Bundesregierung will mit der geplanten Work-and-Stay-Agentur genau das erreichen, was längst überfällig ist: eine zentrale, digitale Anlaufstelle für Fachkräfte, die alle Formalitäten an einem Ort bündelt. Arbeitsministerin Bärbel Bas kündigte an, damit „bürokratische Hürden einzureißen“ und Einwanderung endlich einfach und digital zu gestalten (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 2025).
Dieser Schritt ist richtig, aber er kommt spät. Deutschland verliert jedes Jahr wertvolle Zeit, weil Prozesse fragmentiert, analog und unkoordiniert sind. Die geplante Agentur kann nur dann Erfolg haben, wenn sie konsequent digital gedacht wird - mit klaren Zuständigkeiten, Schnittstellen und Echtzeittransparenz.
Was jetzt zählt, ist nicht ein weiteres Konzeptpapier, sondern die Umsetzung. ON7 zeigt, dass es bereits Lösungen gibt, die in der Praxis funktionieren: digital, überprüfbar und fair. Wenn Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten, kann Deutschland aus Pilotprojekten wie ON7 eine nationale Infrastruktur entwickeln und so aus jahrelanger Bürokratie endlich eine funktionierende Fachkräftestrategie machen.
Resilienz neu denken
Wirtschaftliche Resilienz entsteht nicht nur durch Energieautarkie oder Industriepolitik. Sie beginnt beim Arbeitsmarkt. Ohne Fachkräfte bleibt jede Transformation Stückwerk.
Digitale Fachkräftemigration ist daher kein Nischenthema, sondern ein unterschätzter Hebel für Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.
ON7 zeigt als Leuchtturmprojekt, wie das geht: fair für Bewerber:innen, einfach für Unternehmen, effizient für Behörden. Wenn Deutschland diesen Weg konsequent geht, wird aus einem verwundbaren Standort ein widerstandsfähiger.
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