
Veröffentlicht am: 26.08.2025
Migrant:innen sind kein Risiko - sie sind unsere Zukunft
Pflege, Handwerk, Gastronomie - ohne internationale Talente bricht das System. Wer sich die deutsche Arbeitswelt anschaut, erkennt schnell: Viele Branchen stehen und fallen mit Menschen, die nicht hier geboren sind. In Krankenhäusern und Pflegeheimen liegt der Anteil von Beschäftigten mit ausländischem Pass bereits bei über 20 % (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 2024). Im Handwerk sichern Zuwanderer Betriebe, die sonst keine Nachfolge finden würden, und in der Gastronomie ist fast jeder dritte Beschäftigte international.
Während politische Debatten immer wieder Ängste schüren, zeigt der Alltag ein anderes Bild: Migrant:innen sind motiviert, lernbereit und übernehmen Aufgaben, die sonst niemand machen würde. Wer Zuwanderung als Risiko darstellt, verkennt, dass unser Wohlstand längst von jenen abhängt, die wir oft noch gar nicht kennen.
Die Realität: Ohne Migration geht es nicht
Der demografische Wandel verschärft die Lage. Bis 2036 gehen rund 16,5 Millionen Babyboomer in Rente (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, 2024). Gleichzeitig sinkt die Zahl der jungen Menschen im Erwerbsalter. Schon heute fehlen über 1,7 Millionen Fachkräfte in Deutschland, Tendenz steigend (Quelle: KOFA, 2024).
Das ist keine abstrakte Prognose, sondern Realität: In der Pflege dauert es durchschnittlich 500 Tage, eine offene Stelle zu besetzen. Im Handwerk können Aufträge oft nicht mehr angenommen werden, weil Personal fehlt. In der Gastronomie berichten Verbände, dass ohne internationale Beschäftigte viele Betriebe schließen müssten.
Ökonomische Zuwanderung ist nicht gleich Flucht
Ein Grund für die hitzige Debatte ist die fehlende Differenzierung. Zu oft wird wirtschaftliche Zuwanderung mit Fluchtbewegungen gleichgesetzt. Doch die Unterschiede sind fundamental:
- Flüchtlingsbewegungen entstehen aus humanitären Notlagen, Krieg oder Verfolgung. Sie sind durch das Asylrecht geschützt und folgen keinem wirtschaftlichen Kalkül.
- Ökonomische Zuwanderung dagegen ist planbar, gesteuert und richtet sich an Menschen, die gezielt nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten.
Während die Aufnahme von Geflüchteten vor allem eine humanitäre Verantwortung darstellt, ist die Fachkräfteeinwanderung eine ökonomische Notwendigkeit. Wer beides vermischt, schürt Ängste und verhindert eine sachliche Diskussion.
Vorurteile und Realität
In der politischen Rhetorik ist Migration oft ein Problem. Schlagzeilen drehen sich um Belastung der Sozialsysteme, Integrationsprobleme oder Sicherheitsfragen. Doch ein Blick auf Zahlen zeigt ein anderes Bild: Menschen mit Migrationshintergrund leisten inzwischen rund 12 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts (Quelle: Sachverständigenrat für Integration und Migration, 2023).
Im Durchschnitt sind sie jünger, zahlen länger in die Sozialkassen ein und tragen so zur Stabilisierung des Rentensystems bei (Quelle: OECD, 2023). Viele Unternehmen berichten zudem, dass internationale Fachkräfte besonders motiviert und loyal sind - nicht selten, weil sie sich bewusst für Deutschland als neue Heimat entschieden haben.
ON7 - ein Modell für planbare Migration
Damit Migration funktioniert, braucht es Strukturen, die Klarheit schaffen. Genau hier setzt ON7 an: mit einer digitalen Plattform, die Fachkräften und Unternehmen Transparenz und Geschwindigkeit gibt.
- Talente können den gesamten Prozess von Bewerbung bis Visum selbst steuern.
- Sprachkurse, Fachtrainings und kulturelle Vorbereitung beginnen bereits im Herkunftsland.
- Anerkennungsverfahren werden beschleunigt, sodass Fachkräfte in Monaten statt Jahren arbeitsfähig sind.
Das Ergebnis: Weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und faire Bedingungen für alle Beteiligten. Für Unternehmen bedeutet das weniger Vakanzen, für Fachkräfte eine klare Perspektive, und für die Gesellschaft die dringend benötigte Stabilität in Branchen wie Pflege, Handwerk oder Gastronomie.
Ein Blick nach vorn
Deutschland steht an einem Scheideweg. Entweder wir halten an der Illusion fest, unseren Wohlstand allein mit einheimischen Kräften sichern zu können - oder wir begreifen, dass die Zukunft von Menschen gestaltet wird, die noch nicht hier sind. Länder wie Kanada oder Australien zeigen, wie erfolgreiche Migrationspolitik funktioniert: gezielt, digitalisiert und mit einem klaren Fokus auf Arbeitsmarktbedarfe.
Deutschland hinkt hinterher, weil politische Blockaden, Ängste und Bürokratie immer noch stärker sind als die Erkenntnis, dass wir ohne Zuwanderung scheitern.
Migration ist unsere Zukunft
Migrant:innen sind kein Risiko, sie sind unsere Zukunft. Sie sichern Pflege, Handwerk und Gastronomie, sie tragen zum Wohlstand bei und sie sind längst Teil unserer Gesellschaft. Die Aufgabe der Politik besteht nicht darin, Migration zu verhindern, sondern sie zu gestalten.
Unser Wohlstand hängt von denen ab, die wir noch nicht kennen. Es wird Zeit, Migration endlich als Chance zu begreifen - nicht als Bedrohung.
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