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Veröffentlicht am: 31.07.2025

Verantwortung im Recruiting: Warum wir kein Geld mit Träumen verdienen

Der deutsche Arbeitsmarkt ist für internationale Fachkräfte ein attraktives Ziel. Er verspricht Stabilität, exzellente Karrieremöglichkeiten und eine hohe Lebensqualität. Doch für viele beginnt der Weg nach Deutschland nicht mit Hoffnung, sondern mit einer erdrückenden finanziellen Last. Eine verbreitete Praxis trübt das Bild des fairen Wettbewerbs: unethische Rekrutierungsgebühren, die direkt von den Bewerberinnen und Bewerbern verlangt werden.

Dieser Beitrag beleuchtet, warum diese Praxis nicht nur für die Talente schädlich ist, sondern auch ein erhebliches strategisches Risiko für die einstellenden Unternehmen darstellt. Es ist an der Zeit, internationales Recruiting nicht als reines Geschäftsmodell, sondern als das zu sehen, was es sein sollte: eine unternehmerische Verantwortung.

Die versteckten Kosten: Eine globale Problematik in Zahlen

Wenn Agenturen Gebühren von Arbeitssuchenden verlangen, schaffen sie eine gefährliche Dynamik. Internationale Organisationen warnen seit Jahren vor den Folgen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat klare Prinzipien für eine faire Rekrutierung definiert, deren Kern lautet: Arbeitnehmer dürfen weder direkt noch indirekt mit Gebühren oder Kosten für ihre Vermittlung belastet werden.

Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Die Daten zeichnen ein düsteres Bild:

  • Schulden statt Startkapital: In einigen Fällen zahlen Arbeitsmigranten Rekrutierungsgebühren, die dem Lohn von bis zu 14,6 Monaten entsprechen. Dies kann direkt in die Schuldknechtschaft führen, eine Form der Zwangsarbeit.
  • Milliardenschwere Profite: Die ILO schätzt, dass jährlich illegale Profite in Höhe von 5,6 Milliarden US-Dollar aus Zwangsarbeitssituationen erwirtschaftet werden, die durch solche Gebühren entstehen.
  • Globale Ungleichheit: Die Kosten variieren stark je nach Migrationskorridor. Während Arbeitskräfte auf dem Weg nach Europa teilweise Kosten in Höhe eines Monatseinkommens tragen, zahlen beispielsweise Arbeitskräfte aus Pakistan auf dem Weg nach Saudi-Arabien Gebühren, die dem Lohn von etwa 11 Monaten entsprechen.

Auch in Deutschland ist die Rechtslage eindeutig: Grundsätzlich dürfen Vermittler keine Vergütung vom Arbeitssuchenden verlangen, wenn ein Arbeitsvertrag zustande kommt. Dies ist im Sozialgesetzbuch (SGB III, § 296a) klar geregelt und gilt ebenso für die Ausbildungsvermittlung. Agenturen, die sich nicht daran halten, handeln gesetzeswidrig.

Unternehmen, die mit Agenturen zusammenarbeiten, die solche Praktiken anwenden, setzen sich erheblichen Risiken aus, die weit über einen reinen Imageschaden hinausgehen. Dies hat direkte Auswirkungen auf den Geschäftserfolg und die personelle Stabilität.

  • Geldersparnis durch geringere Fluktuation: Ein Mitarbeiter, der mit hohen Schulden in einem neuen Land startet, steht unter enormem Druck. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person das Unternehmen frühzeitig wieder verlässt, ist hoch. Die Kosten, die durch eine hohe Fluktuation entstehen, sind immens. Studien schätzen, dass die Neubesetzung einer Stelle Kosten in Höhe von 50 % bis 150 % des Jahresgehalts verursachen kann. Eine deutsche Studie bezifferte die durchschnittlichen Fluktuationskosten sogar auf über 43.000 Euro pro Fall. Eine ethische Rekrutierung ist somit eine direkte Investition in die Mitarbeiterbindung und führt zu erheblichen Kosteneinsparungen.
  • Zeitersparnis durch strategische Sicherheit: Die Zusammenarbeit mit einem Partner, der für ethische und rechtliche Konformität bürgt, spart wertvolle Zeit. Führungskräfte müssen sich nicht mit der Überprüfung dubioser Agenturen oder den potenziellen rechtlichen Konsequenzen auseinandersetzen. Sie können sich auf einen reibungslosen Prozess verlassen und gewinnen Planungssicherheit.
  • Zugang zu den besten Talenten: Wenn hohe Gebühren eine Hürde darstellen, beschränkt sich der Talentpool auf diejenigen, die es sich leisten können – nicht zwangsläufig auf die am besten qualifizierten. Ein gebührenfreier Prozess öffnet die Tür zu einem weitaus größeren und qualifizierteren Bewerberfeld.

Unser Versprechen: Rekrutierung als Verantwortung

Aus diesen Gründen lehnen wir bei ON7 die Erhebung von Gebühren von Bewerberinnen und Bewerbern strikt ab. Unser Geschäftsmodell basiert auf einer klaren Überzeugung: Unsere Kunden sind die Unternehmen. Die Talente sind unsere Partner auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft, und dieser Weg muss frei von finanzieller Ausbeutung sein.

Für uns ist dies kein reiner Altruismus, sondern strategische Weitsicht. Wir glauben, dass nachhaltiger Erfolg nur auf einem Fundament von Fairness und Respekt aufgebaut werden kann. Indem wir die finanzielle Hürde für Talente beseitigen, stellen wir sicher, dass unsere Kunden motivierte, loyale und leistungsfähige Mitarbeiter gewinnen, die vom ersten Tag an einen positiven Beitrag leisten können.

Die Entscheidung für einen ethischen Rekrutierungspartner ist somit eine Entscheidung für langfristige Stabilität, eine positive Unternehmenskultur und letztlich für den nachhaltigen Erfolg Ihres Unternehmens.

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