Wer ein besseres Recruiting will, muss erst ein besserer Mensch werden!

ON7 Redaktion
4 Min. Lesezeit
20.11.2025
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Über Ethik, Auswahlprozesse und die Verantwortung von Arbeitgebern

Das Versprechen der Effizienz

Die Recruiting-Branche liebt das Wort „Effizienz“.

Digitale Tools, Matching-Algorithmen, automatisierte Bewerbungsprozesse - alles soll schneller, günstiger, skalierbarer werden. Doch hinter all diesen Optimierungsversprechen steht eine unbequeme Wahrheit: Recruiting bedeutet immer, über Menschen zu entscheiden. Über ihre Chancen, ihre Zukunft, ihr Vertrauen.

Und wer über Menschen entscheidet, trägt Verantwortung - eine Verantwortung, die sich nicht digitalisieren lässt.

Zwischen Zahlen und Schicksalen

Gerade im internationalen Recruiting zeigt sich, wie eng ökonomische Interessen und menschliche Schicksale miteinander verwoben sind. Fachkräfte aus Ländern wie Marokko, Indien oder den Philippinen investieren Monate - manchmal Jahre - in ihre Migration. Sie lernen eine neue Sprache, verlassen ihre Familien und vertrauen darauf, dass das, was ihnen versprochen wurde, auch tatsächlich eintrifft.

Doch zu oft endet diese Hoffnung in Enttäuschung.

Hohe Vermittlungsgebühren, intransparente Verträge, falsche Erwartungen - laut der International Labour Organization (ILO) erlebt mehr als die Hälfte aller Arbeitsmigrant:innen weltweit Formen von Ausbeutung oder unfairer Behandlung im Anwerbungsprozess (Quelle: ILO, 2023).

Hier zeigt sich, wie leicht Recruiting zur moralischen Grauzone werden kann, wenn Geschwindigkeit und Kosten wichtiger werden als Würde und Fairness.

Ethik als Wettbewerbsvorteil

Viele Unternehmen sehen Ethik noch als idealistische Kür - nicht als Pflicht. Doch die Zeiten ändern sich.

Bewerber:innen, Kund:innen und Öffentlichkeit achten zunehmend darauf, wie ein Unternehmen handelt, nicht nur, was es produziert. Wer heute international rekrutiert, steht im globalen Schaufenster: Jede Entscheidung, jeder Partner, jede E-Mail kann zeigen, ob hinter den Worten „Wir schätzen Vielfalt“ echte Werte stehen.

Eine Studie von Deloitte zeigt, dass 74 Prozent der Generation Z Unternehmen bevorzugen, die ethisch handeln und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen (Quelle: Deloitte, 2024). Wer diese Haltung glaubhaft lebt, gewinnt nicht nur Bewerber:innen, sondern auch Loyalität.

Die Verantwortung von Arbeitgebern

In der internationalen Fachkräftemigration tragen Arbeitgeber eine doppelte Verantwortung: für das Wohl ihrer künftigen Mitarbeitenden - und für die Integrität des gesamten Systems.

Das beginnt bei der Auswahl von Partnern. Wer mit Vermittlungsagenturen arbeitet, muss prüfen, ob sie transparent agieren, keine Gebühren von Bewerber:innen verlangen und faire Bedingungen bieten. Es reicht nicht, Verantwortung an „Dritte“ zu delegieren.

Arbeitgeber entscheiden, welche Werte sie importieren - und welche sie verkörpern.

Wer faire Prozesse gestaltet, ermöglicht nicht nur Arbeitsmigration, sondern schafft Vertrauen über Grenzen hinweg.

Menschlichkeit als Standard

Gutes Recruiting beginnt nicht mit CVs oder Matching-Systemen, sondern mit der Haltung, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.

Das bedeutet: zuhören, verstehen, begleiten - und nicht nur verwalten.

Es geht darum, zu erkennen, dass internationale Talente keine Nummern in einer Pipeline sind, sondern Menschen mit Biografien, Ängsten, Träumen. Menschen, die den Mut haben, ihr Leben neu zu beginnen.

Ein ethischer Auswahlprozess stellt daher nicht nur fachliche Qualifikationen in den Vordergrund, sondern fragt auch: Welche Unterstützung braucht dieser Mensch, um hier erfolgreich zu sein? Welche Verantwortung übernehmen wir, damit Integration gelingt?

Die Kunst, Nein zu sagen

Ethik bedeutet auch, Grenzen zu ziehen. Nein zu sagen, wenn ein Partner unlautere Praktiken verfolgt.

Nein zu sagen, wenn ein Talent besser in einem anderen Umfeld aufgehoben wäre. Nein zu sagen, wenn Tempo wichtiger wird als Transparenz.

Das ist unbequem - aber notwendig. Denn jedes „Ja“ zu einem unfairen System zementiert Ungerechtigkeit. Jedes Schweigen macht mitschuldig.

Wer hingegen auf Qualität, Fairness und langfristige Zusammenarbeit setzt, wird mit etwas belohnt, das keine KI und kein Algorithmus erzeugen kann: Vertrauen.

Der Mensch als Maßstab

Der Fachkräftemangel ist real. Aber er darf nicht als Ausrede dienen, um ethische Standards zu senken.

Gerade jetzt, wo internationale Rekrutierung zur Schlüsselstrategie geworden ist, braucht es klare Prinzipien: keine Gebühren für Bewerber:innen, faire Verträge, transparente Prozesse, echte Begleitung.

Recruiting ist keine Transaktion - es ist Beziehungsarbeit. Und jede Beziehung basiert auf Vertrauen, nicht auf Profit.

ON7 - Fairness als Systemprinzip

ON7 wurde mit genau diesem Anspruch gegründet: Fachkräftemigration neu zu denken - digital, transparent und fair.

Alle Prozesse der Plattform folgen einem Grundsatz: Bewerber:innen zahlen nie. Arbeitgeber:innen tragen die Verantwortung - finanziell, organisatorisch, menschlich.

Wir betreiben eigene Standorte in Herkunftsländern, arbeiten ausschließlich mit geprüften Partnerschulen und setzen auf vollständige Transparenz in jedem Schritt. Damit wird sichergestellt, dass internationale Fachkräfte nicht nur rekrutiert, sondern respektiert werden.

Was ON7 unterscheidet, ist kein technischer Vorsprung, sondern ein ethischer. Digitalisierung ist hier kein Mittel zur Kontrolle, sondern zur Gerechtigkeit.

Recruiting beginnt mit Haltung

Recruiting ist keine Personalaufgabe. Es ist eine Frage des Charakters.

Wer Menschen gewinnen will, muss sie zuerst respektieren.

Ethik ist keine Bremse für Wachstum - sie ist seine Bedingung. Denn Unternehmen, die fair rekrutieren, schaffen nicht nur Teams, sondern Zukunft.

ON7 zeigt: Gutes Recruiting ist keine Frage von Tools, sondern von Haltung.

Wer ein besseres Recruiting will, muss erst ein besserer Mensch werden.

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